Wer ein Experteninterview führt, will vor allem wissen, was die Person weiß: Abläufe in einer Organisation, Einschätzungen aus der Praxis, Zahlen und Zusammenhänge. Für das Transkript heißt das, der Inhalt muss stimmen, auch bei Wörtern, die im Alltag selten vorkommen.
Fachbegriffe vorher angeben
Im Formular gibt es ein Feld für Fachbegriffe, Namen und Abkürzungen. Was dort steht, bekommt die Spracherkennung vor dem Start als Hinweis. Das hilft vor allem bei:
- Abkürzungen aus Ihrem Feld, zum Beispiel SGB XI, KRITIS oder OKR
- Namen von Einrichtungen, Programmen und Produkten
- Theorien und Autorennamen, etwa Salutogenese oder Antonovsky
- Ortsnamen, die nur regional bekannt sind
Die Erkennung schreibt diese Wörter dann eher richtig, garantiert ist es nicht. Unsichere Wörter stehen mit Fragezeichen im Text, etwa (Antonowski?), und mit Zeitangabe im Prüfbericht. So finden Sie die Stellen beim Gegenhören sofort.
Kürzel, die zu Ihrer Arbeit passen
Standard sind I für die Person, die fragt, und B für die befragte Person. In Arbeiten mit vielen Experten verwendet man oft eigene Kürzel wie E1 bis E12 oder Funktionsbezeichnungen. Tragen Sie die Kürzel im Formular in der Reihenfolge ein, in der die Personen zum ersten Mal sprechen. Bei zwei Personen genügt „I, E7“.
Sind mehrere Fachleute im selben Gespräch, geben Sie die Zahl der Personen an. Die Software trennt die Stimmen nach Klang. Bei ähnlichen Stimmen kann ein kurzer Einwurf falsch zugeordnet sein, solche Stellen stehen im Prüfbericht.
Vertraulichkeit
Expertinnen und Experten sprechen oft über interne Vorgänge. Deshalb ist es wichtig, wo die Aufnahme landet. Bei uns läuft die Spracherkennung auf einem eigenen Rechner in Deutschland, nicht in einer Cloud, und die Aufnahme geht an kein Sprachmodell eines KI-Anbieters. Sieben Tage nach der Lieferung löschen wir alles automatisch. Einzelheiten stehen unter Transkription und DSGVO.
Für den Anhang Ihrer Arbeit können Sie eine anonymisierte Fassung dazu bestellen. Die Software ersetzt Namen von Personen, Orten und Einrichtungen durch Kürzel. Was Sie im Formular angeben, wird auf jeden Fall ersetzt, weitere Eigennamen sucht ein lokales Sprachmodell. Indirekte Hinweise, etwa „die einzige Klinik im Landkreis“, erkennt es nicht, die prüfen Sie selbst. Mehr dazu unter Interview anonymisieren.
Von der Aufnahme zur Auswertung
Laden Sie das Interview hoch, tragen Sie die Fachbegriffe ein und wählen Sie Dresing/Pehl. Ein Gespräch von 45 Minuten kostet 29,90 €, und das Transkript ist meist nach etwa einer Dreiviertelstunde fertig. Wer gleich starten möchte: Experteninterview hochladen. Mit der Auswertungstabelle für 4,90 € liegt jeder Beitrag in einer Excel-Zeile, mit Spalten für Ihre Codes. Wie es danach in MAXQDA weitergeht, steht unter Transkript in MAXQDA und f4.
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Häufige Fragen
Muss ein Experteninterview wörtlich transkribiert werden?
Meist nicht. Beim Experteninterview interessiert der Inhalt, die einfachen Regeln nach Dresing/Pehl reichen dafür in der Regel. Wörtlich mit Füllwörtern und Pausen transkribiert man, wenn die Art des Sprechens selbst untersucht wird.
Wie viele Fachbegriffe kann ich angeben?
Bis zu 60 Begriffe mit Komma getrennt. Am meisten bringt es bei Eigennamen, Abkürzungen und seltenen Wörtern, die die Erkennung nicht kennt, etwa Produktnamen, Gesetzesabkürzungen oder Namen von Theorien.
Darf ich den Namen der Expertin im Transkript lassen?
Das regelt die Einwilligung, die Sie vorher einholen. Viele Expertinnen und Experten stimmen einer Nennung von Funktion und Einrichtung zu, aber nicht des Namens. Mit der anonymisierten Fassung bekommen Sie beides: das Original für sich und eine Fassung mit Kürzeln für den Anhang.
