Viele unterschätzen das Transkribieren. Das Interview selbst ist nach einer Stunde vorbei, die Arbeit danach fängt erst an. Thorsten Dresing und Thorsten Pehl, die mit ihrem Transkriptionsdienst Erfahrung aus Hunderten Interviewstunden haben, empfehlen für die Zeitplanung „für einfache Regelsysteme vom 5- bis 10-Fachen der Interviewdauer als Transkriptionszeit inklusive Korrekturlesen“ auszugehen.
Rechnen Sie selbst
Was die Faustregel für eine Abschlussarbeit heißt
| Arbeit | Aufnahmen | Abtippen nach Faustregel |
|---|---|---|
| Bachelorarbeit | 6 Interviews à 45 Minuten | rund 22 bis 45 Stunden |
| Masterarbeit | 10 Interviews à 50 Minuten | rund 42 bis 83 Stunden |
| Fokusgruppen | 3 Gruppen à 90 Minuten | rund 22 bis 45 Stunden, bei vielen Stimmen eher mehr |
Das sind ein bis zwei Arbeitswochen, die in vielen Zeitplänen fehlen. Dresing und Pehl rechnen für Vorbereitung, Durchführung und Transkription zusammen sogar mit dem 10- bis 15-fachen der Interviewdauer. Wer im letzten Monat vor der Abgabe noch Interviews abtippt, hat für die Auswertung kaum Zeit übrig. Und die Auswertung ist der Teil, der bewertet wird.
Wo die Zeit hingeht
Beim Abtippen von Hand spielen Sie einige Sekunden ab, halten an, tippen, spulen zurück, weil Sie ein Wort nicht verstanden haben. Danach lesen Sie alles noch einmal gegen die Aufnahme. Dazu kommt die Form: Kürzel, Zeitmarken, Pausen nach Regelwerk, Zeilennummern.
Mit einem automatischen Transkript fällt das Tippen weg. Es bleibt das Gegenhören: Sie hören die Aufnahme einmal durch, lesen mit und korrigieren, was falsch ist. Bei einer ruhigen Aufnahme sind das vor allem Namen, Fachbegriffe und einzelne verhörte Wörter. Unser Prüfbericht listet die Stellen, an denen die Spracherkennung unsicher war, mit Zeitangabe. Da hören Sie zuerst hin.
Was schneller geht und was nicht
Schneller wird es mit guter Tonqualität, wenigen Personen und klarer Gesprächsführung, bei der nicht alle durcheinander reden. Tipps dazu stehen unter Interview aufnehmen. Langsamer wird es mit Dialekt, Telefonaufnahmen und Gruppen. Dort braucht auch eine Spracherkennung mehr Nacharbeit, und ein Schreibbüro kann die bessere Wahl sein.
Wenn Sie sich das Tippen sparen möchten: erstes Interview hochladen. Ein Interview von 45 Minuten kostet 29,90 € und ist meist nach etwa einer Dreiviertelstunde fertig. Was die anderen Wege kosten, steht unter Transkription Kosten, kostenlose Werkzeuge vergleicht die Seite Interview kostenlos transkribieren.
Quelle: Dresing, T. und Pehl, T.: Praxisbuch Interview, Transkription & Analyse, 8. Auflage, Marburg 2018, kostenlos als PDF bei audiotranskription.de.
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Häufige Fragen
Wovon hängt die Dauer ab?
Von der Tonqualität, der Zahl der Personen, dem Sprechtempo, Dialekt, dem Regelwerk und Ihrer Übung. Wörtliche Transkription mit Pausenlängen und Betonungen dauert deutlich länger als die einfache nach Dresing/Pehl. Mit Fußschalter und einem Programm wie f4transkript geht es schneller als mit einem normalen Medienspieler.
Wie lange dauert das Gegenhören eines automatischen Transkripts?
Mindestens so lange wie die Aufnahme, denn Sie hören sie einmal vollständig. Dazu kommen die Stellen, an denen Sie anhalten und korrigieren. Bei einer guten Aufnahme sind das wenige, bei einer schlechten viele. Der Prüfbericht zeigt vorab, wo die Erkennung unsicher war.
Wie schnell ist Ihre Spracherkennung?
Auf unserem Rechner braucht die Erkennung einer Aufnahme etwa zwei Drittel ihrer Länge, wenn wenig los ist, unter Last etwa so lange wie die Aufnahme (gemessen im Oktober 2026). Mit Sprechertrennung, Formatierung und Warteschlange ist eine Stunde Aufnahme meist nach etwa einer Stunde fertig, garantiert in 12 Stunden.