Viele Leitfäden zur Abschlussarbeit sagen „Transkript in den Anhang“, zeigen aber nicht, wie das aussehen soll. Hier ist ein vollständiges Beispiel nach den Regeln von Dresing und Pehl. Das Interview ist erfunden und wurde für unsere Tests von zwei Computerstimmen gesprochen. Das Transkript ist so, wie die Software es geliefert hat, ohne Nacharbeit.
Der Kopf
Über dem eigentlichen Transkript stehen die Angaben, die Prüfende brauchen, um es einzuordnen:
Aufnahme: Interview_04_Pflege.mp3 Dauer: 1 Min. 44 Sek. Sprecher: I (29 % Redeanteil), B (71 % Redeanteil) Transkriptionsregeln: Inhaltlich-semantische Transkription nach Dresing/Pehl
In Ihrer Arbeit ergänzen Sie hier oft noch Datum und Ort des Interviews, Rahmendaten zur befragten Person in groben Kategorien und eine Interviewnummer.
Der Text
I: Vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen. Zum Einstieg können Sie kurz erzählen, wie Ihre Situation zu Hause im (Moment?) aussieht. #00:00:08-5#
B: Ja, gern. Also, meine Mutter wohnt seit zwei Jahren bei uns im Haus, unten in der Einliegerwohnung. Sie hat Pflegegrad 3 und ich arbeite weiter Vollzeit in der Verwaltung. Das ist der Rahmen, sag ich mal. #00:00:21-0#
I: Wie bekommen Sie die Arbeit und die Pflege unter einen Hut? #00:00:25-0#
B: Ehrlich gesagt, an manchen Tagen gar nicht. Morgens kommt der Pflegedienst, das ist fest. Mittags isst meine Mutter zweimal die Woche in der Tagespflege. Und an den anderen Tagen telefoniere ich in der Mittagspause mit ihr und hoffe, dass alles in Ordnung ist. (...) Das ist schon eine Belastung, die man unterschätzt. #00:00:46-1#
Gut zu sehen ist die Pause von über drei Sekunden, die als (...) erscheint, und die Zeitmarke am Ende jedes Absatzes. In der Word-Datei stehen links die Zeilennummern.
Was beim Gegenhören auffällt
Zwei Fehler hat die Spracherkennung im ganzen Interview gemacht, und genau dafür ist das Gegenhören da. Gesprochen wurde „Mittags ist meine Mutter … in der Tagespflege“, im Transkript steht „isst“. Später fragt die Interviewerin, was sich die befragte Person von der Politik „wünschen würde“, im Transkript steht „wünschen wurden“. Beide Wörter hielt die Software für sicher. Solche Verwechslungen ähnlich klingender Wörter findet nur, wer mitliest und mithört.
Andere Stellen hat die Software selbst als unsicher markiert, zum Beispiel „(Moment?)“ in der ersten Frage. Hier war das Wort richtig, die Markierung kostet beim Gegenhören zwei Sekunden. Alle markierten Stellen stehen mit Zeitangabe im Prüfbericht.
So sieht das ganze Muster als PDF aus:

So sieht ein Transkript nach Dresing/Pehl aus: Sprecherkürzel, ein Absatz je Beitrag, Zeitmarke am Absatzende, Zeilennummern am Rand. Das Interview im Muster ist erfunden und von einer Computerstimme gesprochen.
Typische Fragen der Prüfenden
Ob das Transkript vollständig ist: Die Zeitmarken zeigen, dass keine Minute fehlt. Ob es nach Regeln erstellt ist: Das Regelwerk steht im Kopf und wird im Methodenteil genannt. Ob Sie es gegengehört haben: Das schreiben Sie im Methodenteil, zum Beispiel mit dem Satz, dass alle Transkripte anhand der Aufnahmen vollständig gegengehört und korrigiert wurden.
So ein Transkript bekommen Sie für Ihr eigenes Interview, wenn Sie die Aufnahme hochladen: 29,90 € bis 45 Minuten, 39,90 € bis 60 Minuten, meist nach etwa der Länge der Aufnahme fertig.
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