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Interview nach Mayring auswerten: vom Transkript zur Tabelle

Für die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring brauchen Sie ein Transkript, das den Inhalt vollständig wiedergibt. Die einfachen Regeln nach Dresing/Pehl reichen dafür. Danach geht es meist in eine Tabelle: Paraphrase, Generalisierung, Reduktion.

Stand: 3. Oktober 2026

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Festpreis ab 9,90 € inklusive Umsatzsteuer, fertig in etwa 30 Minuten

Die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring ist an deutschen Hochschulen eine der häufigsten Methoden, um Interviews auszuwerten. Sie arbeitet regelgeleitet: Das Material wird Schritt für Schritt zusammengefasst oder nach Kategorien geordnet, so dass andere den Weg nachvollziehen können. Grundlage ist immer das Transkript.

Welche Transkription passt

Mayring beschreibt in seinen Büchern verschiedene Wege, Gesprochenes festzuhalten, von der wörtlichen Transkription bis zur Übertragung in normales Schriftdeutsch. Ein eigenes, ausgearbeitetes Regelsystem gibt er nicht vor. In der Praxis transkribieren die meisten nach den einfachen Regeln von Dresing/Pehl oder Kuckartz: wörtlich, aber geglättet, mit Sprecherkürzeln, Pausen und markierten unverständlichen Stellen. Wie diese beiden zusammenhängen, steht unter Transkriptionsregeln nach Kuckartz.

Wichtig für die Auswertung sind Zeilennummern oder Absatznummern, damit Sie jede Paraphrase auf eine Stelle im Transkript zurückführen können.

Die Tabelle für die Zusammenfassung nach Mayring

Bei der Technik der Zusammenfassung wird das Material in mehreren Schritten verdichtet. Viele arbeiten dafür mit einer Tabelle mit diesen Spalten:

Fall Nr. Paraphrase Generalisierung Reduktion
B3 12 Die Pflege der Mutter lässt sich nur mit Gleitzeit und Homeoffice vereinbaren. Flexible Arbeitszeit ermöglicht Pflege K1: Vereinbarkeit durch flexible Arbeit
B3 15 Am Anfang hat sie dem Vorgesetzten nichts gesagt, aus Angst als nicht belastbar zu gelten. Angst vor Stigmatisierung verhindert Offenheit K2: Verschweigen der Pflege

In der Paraphrase geben Sie den Inhalt einer Stelle knapp in eigenen Worten wieder. In der Generalisierung heben Sie ihn auf ein gemeinsames Abstraktionsniveau. In der Reduktion fassen Sie gleiche Generalisierungen zu Kategorien zusammen. Die Beispielzeilen stammen aus unserem erfundenen Mustertranskript.

Vom Transkript in die Tabelle

Der mühsamste Schritt ist oft das Übertragen: Jeden Absatz kopieren, Nummer und Kürzel dazuschreiben, die Tabelle aufbauen. Die Auswertungstabelle, die Sie für 4,90 € zu jedem Transkript dazubestellen können, nimmt Ihnen genau das ab:

  • jeder Redebeitrag eine Zeile, mit Nummer, Beginn, Ende und Kürzel
  • leere, gelb markierte Spalten für Kategorie, Paraphrase, Generalisierung, Reduktion und Notiz
  • ein Filter in der Kopfzeile, um nur die Beiträge einer Person oder einer Kategorie zu zeigen
  • ein zweites Blatt mit Beiträgen, Wörtern und Redeanteil je Person, als Formeln

Wie das aussieht, zeigt die Muster-Auswertungstabelle (Excel, 9 KB) zum erfundenen Mustertranskript.

Wenn Sie die Interviews noch vor sich haben oder gerade abtippen: Aufnahme hochladen, Dresing/Pehl wählen und im letzten Schritt die Auswertungstabelle ankreuzen. Zitieren Sie in der Arbeit weiter aus der Word-Datei mit Zeilennummern, die Nummern in der Tabelle sind Beitragsnummern.

Oder doch mit MAXQDA

Bei mehr als einer Handvoll Interviews oder einem umfangreichen Kategoriensystem lohnt sich eine Software für qualitative Daten. MAXQDA liest die Zeitmarken unserer Transkripte beim Import und verknüpft sie mit der Aufnahme. Wie das geht, steht unter Transkript in MAXQDA und f4. Wie Sie aus dem Transkript zitieren, erklärt die Seite Transkript zitieren.

Quellen: Mayring, P.: Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken, Beltz, aktuelle Auflage. Dresing, T. und Pehl, T.: Praxisbuch Interview, Transkription & Analyse, 8. Auflage 2018.

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Häufige Fragen

Muss ich für Mayring wörtlich transkribieren?

In der Regel nicht. Mayring geht es um den Inhalt des Gesagten, nicht um die Art des Sprechens. Eine geglättete Transkription nach Dresing/Pehl oder Kuckartz ist üblich. Prüfen Sie, was Ihr Lehrstuhl verlangt.

Kann ich die Auswertung mit Excel machen statt mit MAXQDA?

Ja, gerade bei wenigen Interviews arbeiten viele mit einer Tabelle in Excel oder Word. Für größere Datenmengen und das Codieren mit Kategoriensystem ist eine Software wie MAXQDA bequemer. Beides ist methodisch in Ordnung, solange Sie die Schritte nachvollziehbar dokumentieren.

Macht die Auswertungstabelle die Paraphrasen für mich?

Nein. Sie legt jeden Redebeitrag in eine eigene Zeile mit Nummer, Zeit und Kürzel, die Spalten für Paraphrase, Generalisierung und Reduktion sind leer. Die Auswertung ist Ihre wissenschaftliche Leistung, und eine Maschine, die sie vorwegnimmt, wäre in einer Abschlussarbeit ein Problem.