Wer qualitative Interviews auswertet, zitiert viel aus den Transkripten. Damit Prüfende jede Stelle finden, braucht jedes Zitat einen genauen Beleg. Das klappt nur, wenn das Transkript eine feste Zählung hat, meist Zeilennummern am Rand.
Beispiele für Belege
| Form | Beispiel | Wann üblich |
|---|---|---|
| Kürzel und Zeilen | (B3, Z. 45 bis 52) | sehr verbreitet |
| Interview und Zeilen | (Interview 3, Z. 45 f.) | wenn die Interviews nummeriert sind |
| Kürzel und Absatz | (B3, Abs. 12) | bei Absatznummern, etwa aus MAXQDA |
| Kürzel und Zeitmarke | (B3, 00:12:34) | eher bei Medien- und Gesprächsanalyse |
Längere Zitate ab etwa drei Zeilen setzen Sie eingerückt und ohne Anführungszeichen ab, kürzere stehen im Fließtext in Anführungszeichen. Welche Form gilt, legt der Leitfaden Ihres Instituts fest.
Zeilennummern, die stabil bleiben
Unsere Word-Dateien haben fortlaufende Zeilennummern am Rand. Der Kopf mit Dateiname, Dauer, Kürzeln und Regelwerk steht in einer Tabelle, die Word und LibreOffice nicht mitzählen. Das Transkript beginnt deshalb bei Zeile 1.
Die Nummern hängen am Layout. Ändern Sie Schriftgröße, Seitenränder oder fügen Sie oben etwas ein, verschieben sie sich. Deshalb gilt: Erst gegenhören und korrigieren, dann das Layout nicht mehr anfassen, dann zitieren. Am sichersten ist es, die korrigierte Fassung als PDF zu speichern und aus dieser zu zitieren und sie in den Anhang zu legen.
Was im Methodenteil stehen sollte
Beschreiben Sie, wie die Transkripte entstanden sind: Regelwerk, Werkzeug, Korrektur. Zum Beispiel: „Die Interviews wurden aufgezeichnet und mit einer lokal betriebenen Spracherkennung nach den einfachen Transkriptionsregeln von Dresing und Pehl (2018) transkribiert. Anschließend hat die Verfasserin alle Transkripte anhand der Aufnahmen vollständig gegengehört und korrigiert. Namen von Personen, Orten und Einrichtungen wurden pseudonymisiert.“ Fragen Sie im Zweifel Ihre Betreuung, ob sie zum Einsatz von Spracherkennung eine bestimmte Angabe erwartet.
Anhang und Datenschutz
Steht das Transkript im Anhang, lesen es auch Menschen, die Ihre Befragten kennen könnten. Ersetzen Sie Namen, Orte und Einrichtungen durch Kürzel, und bewahren Sie die Zuordnung getrennt auf. Die anonymisierte Fassung, die Sie zu jedem Transkript dazubestellen können, macht das automatisch und liefert die Schlüsselliste als eigene Datei. Indirekte Hinweise prüfen Sie selbst, mehr dazu unter Interview anonymisieren.
Wenn Ihre Interviews noch nicht abgetippt sind: Aufnahme hochladen und das Transkript mit Zeilennummern nach Dresing/Pehl bekommen, meist nach etwa der Länge der Aufnahme. Wie ein fertiges Transkript aussieht, zeigt das Transkript-Beispiel, die Regeln stehen unter Transkriptionsregeln nach Dresing/Pehl.
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Häufige Fragen
Zitiere ich mit Zeilennummer oder mit Zeitmarke?
Meist mit Zeilennummer, weil Prüfende das Transkript im Anhang lesen und nicht die Aufnahme hören. Manche Lehrstühle wollen Absatznummern oder Zeitmarken. Halten Sie sich an den Leitfaden Ihres Instituts und bleiben Sie in der ganzen Arbeit bei einer Form.
Darf ich Zitate sprachlich glätten?
Nur sehr vorsichtig und gekennzeichnet. Das Transkript selbst ist nach Ihrem Regelwerk schon geglättet. Im Zitat lassen Sie den Wortlaut stehen, Auslassungen markieren Sie mit [...], eigene Ergänzungen in eckigen Klammern.
Gehören die Transkripte in den Anhang?
Häufig ja, gedruckt oder als Datei. Manche Hochschulen verlangen sie nur zur Einsicht für die Prüfenden, wegen des Datenschutzes. Klären Sie das mit Ihrer Betreuung, bevor Sie Ihren Befragten zusagen, wie ihr Interview verwendet wird.